Die Methode „Talkshow“

Die Methode „Talkshow“… Die Talkshow war jahrelang ein beliebtes Fernsehformat für Jung und Alt. Es wurde zu den verschiedensten Thematiken heiß diskutiert- mal sachlich, mal weniger sachlich. Auch wir wollen, dass unsere Schüler und Schülerinnen mündige Bürger werden, die in der Lage sind, sich ihre eigene Meinung zu bilden und ihre Standpunkte begründend wiedergeben können. Bei der Talkshow steht das Handeln der Lernenden selbst im Vordergrund. Sie setzen sich mit einem gesellschaftlich relevanten Problemzustand auseinander, indem sie darstellen, kritisieren und argumentieren.

Auch Siegfried Frech, Hans-Werner Kuhn und Peter Massing beschreiben unter anderem die Methode „Talkshow“ in ihrem Buch „Methodentraining für den Politikunterricht I. Mirkro- und Makromethoden“. Ebenso erläutern sie weitere Methoden, die sich vor allem im Politikunterricht bewährt haben. Neben den Grundlagen werden Erfahrungen und Praxisbeispiele einbezogen. Ein weiterer Tipp: „Die Talkshow als Methode im Politikunterricht – Chancen und Gefahren“ von Sebastian Ketting.

Im Folgenden soll die Methode „Talkshow“ am Beispiel einer Unterrichtsstunde zu dem Thema „Spieglein, Spieglein an der Wand, warum gibt es Arbeitslose im Land? – Wir erarbeiten die Gründe für Arbeitslosigkeit anhand von Praxisbeispielen.“ erläutert werden. Als Einstieg in die Unterrichtsstunde dient eine Folie, die die 2006 getätigte Aussage Kurt Becks: „Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.“ aufgreift (Einstiegsfolie). Die Schüler und Schülerinnen beschreiben zunächst lediglich das Erscheinungsbild des Mannes, werden dann mit dieser Aussage konfrontiert und beziehen erst nach der Talkshow, wenn sie quasi verschiedene Gründe für Arbeitslosigkeit kennengelernt haben, Stellung dazu.

Die Lernenden werden anschließend in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe eine Rollenkarte mit einem umfassenden Arbeitsauftrag erhält (Rollenkarte_Gruppe 1, Rollenkarte_Gruppe 2, Rollenkarte_Gruppe 3, Rollenkarte_Gruppe 4). Dabei sind die fiktiven Charaktere realitäts- und rollenbezogen, denn die Rollen sind durch entsprechende Rollenbeschreibungen weitgehend vorgegeben. Dennoch können sich die Lernenden ausgiebig an der Gesprächsrunde beteiligen, indem sie Gedanken und Gefühle äußern, die ihre Rolle besser verdeutlichen und auch die Darstellungen anderer Talkshowgäste aufgreifen. Die Erarbeitung erfolgt auch hier wieder zunächst in Einzelarbeit, damit sich jeder mit dem Lerngegenstand auseinandersetzt und sich nicht aus dem Lernprozess zurückzieht. Im Anschluss werden die Ergebnisse mit den anderen Gruppenmitgliedern verglichen und besprochen. Sollte eine Gruppe Schwierigkeiten haben, ist es auch hier wieder von Vorteil, wenn man Hilfekarten einsetzt, die den Fokus auf wesentliche Aspekte der Rollenkarte legen (Beispiel: Hilfekarte_Gruppe 1, Hilfekarte_Gruppe 2, Hilfekarte_Gruppe 3, Hilfekarte für die Moderatoren). Dafür eignen sich beispielsweise Bilder, kleine Rätsel, kurze Sprüche, Redewendungen…

Die zwei Moderatoren erstellen währenddessen ein Gesprächskonzept, indem sie Überlegungen festhalten, wie sie gemeinsam die Talkshow einleiten, die Gäste vorstellen, die Gesprächsrunde mittels gezielter Fragestellungen leiten sowie das Schlusswort formulieren (Arbeitsauftrag_Moderatoren, Rollenkarten für Moderatoren).

Gruppen, die bereits vor Ablauf der Zeit fertig sind, holen sich das bereitgelegte Material, mit dessen Hilfe sie überprüfen, ob sie für die Talkshow bereit sind (Material für die besonders Schnellen). Die Lernenden, die keine Rolle als Gast in der Talkshow übernehmen, können sich als Zuschauer in das Geschehen einbringen und notieren auf Grundlage des Beobachtungsauftrages (Beobachtungsauftrag) die Gründe, die der ihm zugewiesene Talkgast in der Talkshow nennt.

Die Ergebnissicherung erfolgt in doppelter Weise. Zum einen tauschen sich die Beobachter mit ihren jeweiligen Gruppenmitgliedern über die genannten Gründe für Arbeitslosigkeit aus und notieren diese stichwortartig auf Kärtchen, die sie anschließend an die Tafel heften (Mind-Map). Zum anderen erläutert jeweils ein Gruppenmitglied das Kärtchen kurz und knapp. Anschließend übertragen sie die Ergebnisse in die Mind-Map, die sich auf der Rückseite ihres Arbeitsblattes befindet (Schluss_Mind-Map), um die Ergebnisse schriftlich festzuhalten (Mind-Map_Lösung).


 

 

 

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