Der Aufbau einer mittelalterlichen Stadt

Den Aufbau einer mittelalterlichen Stadt thematisiere ich aufgrund der geografischen Nähe vorwiegend am Beispiel von Köln. Mir ist es wichtig, dass sich die Schülerinnen und Schüler zum einen mit den prägnanten Merkmalen einer mittelalterlichen Stadt auseinandersetzen, aber zum anderen diese auch mithilfe von Kartenmaterial mit den heutigen Strukturen vergleichen.

Legitimation

Anhand des Aufbaus einer mittelalterlichen Stadt ist das Denken und Handeln der damaligen Bevölkerung zu erkennen. Bauwerke, eine Art von Sachquellen, können laut Michael Sauer unter verschiedenen Aspekten Zeugnis über vergangene Zeiten und Lebenswelten ablegen. Zum einen verdeutlichen sie Macht und Herrschaft, die anhand von Repräsentationsbauten wie Burgen, Schlösser, Dome und Rathäuser sichtbar wird. Zum anderen bilden beispielsweise Kirchen oder Klöster religiöse Überzeugungen ab. Ebenso erhalten wir anhand der Wohnhäuser Einblicke in das Arbeitsleben und den Alltag der mittelalterlichen Bevölkerung. Handel und Verkehr (Straßen, Brücken, Kanäle) verdeutlichen die technischen Fähigkeiten der jeweiligen Zeit. (Vgl. Sauer, Michael, Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik, 8. Aufl., Seelze-Velber 2001, S. 211.)

Es ist unverzichtbar auf den Aufbau einer mittelalterlichen Stadt hinzuweisen, denn das Alltagsleben der mittelalterlichen Bevölkerung kann nur unter Berücksichtigung dessen verstanden werden. Beispielsweise kann anhand der Lage am Fluss oder auch anhand des Marktplatzes und des Verkehrsnetzes nachvollzogen werden, wie wirtschaftliche Strukturen zusammenwirkten. Ebenso verdeutlicht der Dom, wie der Glaube das Leben bestimmt hat. Das Rathaus zeigt, dass die Regierung einen hohen Stellenwert hatte und dass Recht und Ordnung ein wesentlicher Bestandteil des Verwaltungsapparates waren. Ebenso ist dies die Voraussetzung, um nachzuvollziehen, welche unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in einer Stadt vertreten waren. Die Stadtmauer und die Stadttore verdeutlichen, dass Konflikte und Auseinandersetzungen die Stadt zu unterschiedlichen Zeitpunkten bedrohten und sich die Bevölkerung mithilfe von Sicherheitsmaßnahmen schützen musste. Die Gebäude verdeutlichen, über welche architektonischen Möglichkei­ten die Menschen im Mittelalter verfügt haben. Zudem erfahren die Schüler, welche Bedeutung diese Bauwerke für die Menschen im Mittelalter hatten und wie diese das politische (Orte der Politik: Versammlun­gen, Reden, Abstimmungen) wirtschaftliche (Orte des Handels und des Handwerks), religiöse (Orte des Gebets, des Besänftigens und Huldigens) und soziale (Freizeit, Teilnahme am öffentlichen Leben, Treffpunkt) Leben beeinflussten.

Der Stundenverlauf

Einstieg:

Zu Beginn der Unterrichtsstunde findet mithilfe eines Hörspiels eine erste Annäherung an das Stundenthema statt (Anlage 1). Das Problem, ein junger Mann sucht eine Stadt, in der er als Handwerker Anstellung findet, wird dadurch aufgegriffen.

Hinführung:

Um Missverständnisse während der Erarbeitungsphase zu vermeiden, wird der Arbeitsauftrag, der den Schülern zuvor ausgeteilt wird, gemeinsam besprochen und von einem Schüler wie­derholt (Anlage 2-6). Die Schüler haben die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen. Bevor die Schüler in die Erarbeitungsphase entlassen werden, wird auf das strikte Einhalten der Einzelarbeitsphase hingewiesen.

Erarbeitung:

Die selbstständige Erarbeitung der zentralen Inhalte ist notwendig, damit sich jeder Schüler mit dem Lerngegenstand auseinandersetzt und sich nicht aus dem Lernprozess zurückzieht. Den Schülern ist bekannt, dass sie für die Einzelarbeit ungefähr zehn Minuten Zeit haben und sich anschließend mit ihren Gruppenmitgliedern austauschen und sich auf ein Gruppenergebnis einigen müssen (Anlage 2-6). Dadurch werden Probleme und Unsicherheiten, die in der Einzelarbeitsphase aufgetreten sein können, besprochen und behoben sowie gegenseitige Rücksichtnahme und Kommunikation gefördert. Auf einer Hilfekarte können die Schüler ihnen unbekannte Begriffe nachschlagen, sodass jeder Schüler den Sachtext verstehen kann (Anlage 7). Das Ergebnis trägt jeder Schüler in der Gruppe in die Tabelle ein, die sich auf der Rückseite des Arbeitsblattes befindet. Weiterhin füllt jede Gruppe einen Folienabschnitt aus, der bei der Präsentation als Ergebnissicherung dient, sodass eine Visualisierung gewährleistet ist und die Schüler am Ende der Unterrichtsstunde alle Gruppenergebnisse in ihre Tabelle eintragen können. Gruppen, die bereits vor Ablauf der Zeit fertig sind, holen sich das bereitgelegte Zusatzmaterial. Die Schüler müssen gemeinsam herausfinden, wo sich das jeweilige Bauwerk befindet beziehungsweise überlegen, um welchen Fluss es sich handelt (Anlage 8-12). Somit kommen die Schüler miteinander ins Gespräch und können bei der anschließenden Ergebnissicherung wertvolle Informationen beitragen.

Präsentation:

Ich habe die Präsenta­tion mithilfe des OHPs gewählt, um Transparenz für alle Schüler zu gewährleisten. Zudem können die Schüler die Ergebnisse der anderen Gruppen ohne Probleme übertragen, sodass alle Schüler die Tabelle vervollständigen können.

Ergebnissicherung:

Die Ergebnissicherung erfolgt in doppelter Weise. Zum einen halten die Schüler die Ergeb­nisse der Gruppen in der Tabelle fest und zum anderen wenden sie ihre Erkenntnisse in einem Unterrichtsgespräch an. Die Schüler äußern sich im Unterrichtsgespräch zu der Frage, in welcher Stadt sich der Junge befindet und welchen Weg er genommen hat. In diesem Zusammenhang werden die einzelnen Stationen, die der Junge in den Sachtexten beschreibt, nachvollzogen und können in die Geschichtskarte, die sich auf der Rückseite des Arbeitsblattes befindet, eingetragen werden. Um einen Gegenwartsbezug zu ermöglichen, wird eine Karte aufgelegt, die die Größe Kölns heute verdeutlicht (Anlage 13). Die dort eingezeichnete ehemalige Stadtmauer im Mittelalter zeigt, wie sich Köln bis heute verändert hat. Gegebenenfalls äußern sich die Schüler zu der Funktion einzelner Bauwerke beziehungsweise des Flusses heute, was sie dann als Hausaufgabe vertiefen werden (Anlage 14).

Material:

Das Beitragsbild wurde von André Meinert aufgenommen. Vielen Dank dafür!

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